Die Gründerberatung
Trotz verschiedener Maßnahmen der verschiedenen Regierungen in den letzten Jahren ist es in Deutschland nach wie vor recht kompliziert, sich selbstständig zu machen. Vor allem Gründerinnen und Gründer, die in den Genuss einer staatlichen Förderung kommen möchten, ist eine vorhergehende Beratung geradezu unverzichtbar, um nicht versehentlich oder aus Unwissenheit Geld zu verschenken.
Die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit kann in Deutschland mit einem Existenzgründerzuschuss gefördert werden, der zunächst über neun Monate gewährt wird. Danach kann ein geringerer Zuschuss über einen Zeitraum von weiteren sechs Monaten gewährt werden. Um in den Genuss einer solchen Förderung zu gelangen, müssen gewisse Anforderungen erfüllt sein: Ein Anspruch auf Arbeitslosengeld muss erfüllt sein, was bedeutet, dass der Gründer eine gewisse Zeilt hindurch sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben muss. Dazu kommt, dass solche Gründerzuschüsse in der Regel nur dann gewährleistet werden, wenn der Gründer aus der Arbeitslosigkeit hinaus in die Selbstständigkeit wechselt. Diese grundsätzlichen Lebensumstände machen eine Gründerberatung sicher noch nicht notwendig. Allerdings verlangt die Arbeitsagentur, die letztlich über den Zuschuss entscheidet, eine Reihe von Nachweisen zur Tragfähigkeit der zu eröffnenden Firma.
Entscheidend für die Vergabe eines Zuschusses und allgemein für die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit ist ein Business-Plan: Der oder die Gründerin sollte sich Gedanken machen über die Wirtschaftlichkeit des Konzeptes. Dies beinhaltet neben der persönlichen Situation und dem daraus resultierenden Finanzbedarf (Miete, sonstige Kosten, Vermögen etc) eine Analyse der Marktsituation, der Konkurrenz, der herrschenden Preise und Verdienstmöglichkeiten, Alleinstellungsmerkmalen auf dem Markt und vieles weitere. Da es für eine einzelne Person schwer möglich ist, all dies in einer nicht subjektiven Weise zu schildern und zu erfassen, ist eine Gründerberatung unumgänglich: In der Regel nimmt ein Steuerberater oder Unternehmensberater die Beratung vor. Dieser ist neutral und schätzt die Chancen und Risiken der Unternehmensgründung realistisch ein.
Gründerberatungen werden im Rahmen von Existenzgründerbüros häufig von der Agentur für Arbeit bezahlt oder zumindest unterstützt. Die Beratung schützt oft vor Enttäuschungen.